Marion & Uwe Hempel

 

stahlhart und glasklar

Objekte aus Glas & Metall

Ausstellungsdauer: 7.September - 2.November 2014

Nur wer selber brennt, kann das Feuer in anderen entfachen.

Aurelius Augustinus

Feuer ist Leben. In mehr als 20.000 Generationen hat sich die lebensspendende Kraft des Feuers in das Bewusstsein der Menschheit geprägt. Feuer bedeutet Wärme, Gemeinschaft und Geborgenheit, Feuer bedeutet Licht und wo Licht ist kann man sehen, also auch erkennen. Erkenntnis aber geht über die pure Wahrnehmung hinaus, ist ein Prozess und das Ergebnis eines durch Einsicht und Erfahrung gewonnenen Wissens. Künstler, die sich während der Schaffensphase ihrer Werke mit Feuer auseinandersetzen, müssen besonders hohen Anforderungen an Erkenntnis und Wissen gerecht werden.

Meine spezielle Hinwendung zu "feuergeborenen" Werken, hat eine sehr einfache Erklärung. In den letzten 20 Jahren meines Aufenthaltes in Venezuela lag meine Galerie in nächster Nähe einer großen, sehr angesehenen "Escuela de Artes dei Fuego", einer Schule der Künste des Feuers wie die wörtliche Übersetzung lautet. Es war eine überaus erkenntnisreiche und vorteilhafte Nachbarschaft für beide Teile. Und so wird sicher auch verständlich, dass ich die Ateliers von Uwe und Marion Hempel, in der Alten Wachwitzer Schljle, besuchte, als ich noch gar nicht daran dachte wieder eine Galerie zu eröffnen. Ich war einfach neugierig auf dieses Künstlerpaar, das vorrangig mit Glas und Metall arbeitet, Materialien, die beide die Kraft des Feuers brauchen, um ein Kunstwerk entstehen zu lassen.

Das gesamte Oeuvre dieser beiden Künstler atmet eine aufrichtige Besinnung auf die einfachen Mittel, auf die Grundbedingungen des Lebens und ist gleichzeitig geprägt von Experimentierfreude, technischem Wagemut und einem natürlichen Empfinden für Form und Farbe. Seit Beginn meiner Galerietätigkeit haben Uwe und Marion Hempel mich auf überaus großzügige Weise unterstützt.

In unserem Skulpturengarten finden sich momentan zwei großformatige Werke aus Stahl und Eisen von Uwe: der "Feuerkopf", in dem tatsächlich Feuer angezündet wird bei Vernissagen und der "Kra", eine über zwei Meter hohe vogelähnliche Figur, die eine Wächterfunktion zu haben scheint. An unserem Seerosenteich steht eine Libelle aus Glas und Stahl, eine gelungene Gemeinschaftsarbeit beider, die bei aller grazilen Zartheit den Anforderungen eines stark frequentierten Außenbereiches perfekt gerecht wird. Von Marion hatten wir mehrere Arbeiten der Serie "Glasblüten", fast drei Meter hohe Werke aus Glas und Stahl, die vor kurzem einen Besitzer gefunden haben. Die Effekte einer Illumination, einer Art gefangenem Licht, die auch bei vielen anderen Arbeiten sehr wirkungsvoll eingesetzt wird, verleihen diesen Blüten etwas Schwebendes, sehr Sinnliches und Expressives, dass die Passanten innehalten ließ...

Auch in den kleinen Formaten von Marion Hempel ist das Spiel mit der Doppelung von Transparenz und Trennung stets präsent, mitunter scheint es, als wollte sie das Innerste des Glases freilegen. Dieses Sichüberlagern der Sinnebenen ist auch im Werk von Uwe Hempel gegenwärtig. Seine Arbeiten, erinnern mich häufig an Rituale der ersten Zivilisationen, die die Absicht hatten Objekte in Individuen zu verwandeln. Die Werke dieser beiden Künstler laden dazu ein dem Leben und den Dingen mehr Beachtung zu schenken. Die neuen Werke, die in der gegenwärtigen Exposition im Innen-und Außenbereich gezeigt werden, sind eine kleine Auswahl der Arbeiten, die wir im nächsten Jahr auf einer Messe präsentieren werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Liese/otte Rojas Sanoja


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Fotos Dr. Christina Thieme

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