SEHNSUCHT HIMMEL BLAU

 
 

Eröffnungsrede von Prof. Dr. Peter Bräunig, Berlin


Heimat braucht Frieden.


Sehr geehrter Paul Böckelmann,

lieber Paul, liebe Elke!


Sehr geehrte Damen und Herren!


Der Künstler Paul Böckelmann, dessen Fotoausstellung „Sehnsucht Himmel Blau „ wir heute eröffnen, entwickelte 2010 das Kunstprojekt „EIN DORF ZEIGT SICH ..“ . Dieses Projekt entstand in Kollaboration mit seiner künstlerischen Partnerin ERNA und  den Altenauern; es wurde durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

Die Ausstellung „Sehnsucht Himmel Blau“  beinhaltet die vom Künstler extrahierte Essenz dieses Projekts.


Verehrte Anwesende,  wir sind hier  an einem Ort, an dem vor 800 Jahren ein Herr, Ritter, Meister und Sänger weilte.


Dessen Anwesenheit verdankt Doberlug, das damalige Kloster Dobrilugk, seinen frühen Eingang in die Weltliteratur, durch Erwähnung in dem Vokalspiel WINTERKLAGE:


„Diu werlt was gelf, rot unde blaa...“ (Die Welt war gelb, rot und blau..).      Die Rede ist von Walter von der Vogelweide.


Bitte sehen Sie es mir nach, für einen späteren gedanklichen Anknüpfungspunkt, so weit zurück und so hoch hinausgegangen zu sein. Dieses BLAU, hat mich dazu veranlasst.


Zu sehen ist in dieser Ausstellung Malerei mit Licht – Fotografie - , Altenauer Leute vor ihren Häusern, in ihren Wohnzimmern, Junge und Alte beim Feiern und Schlachten. Den fotografischen Dokumenten wurden eine Vielzahl  Altenauer Lebensgeschichten hinzugefügt.


Meine Damen und Herren, ich bin kein Kunstwissenschaftler, deshalb kann es nicht meine Aufgabe sein, Ihnen eine Einführung in Paul Böckelmanns Schaffenswelt, in sein fotografisches Werk zu geben.


Es mag kühn sein, Ihr Interesse wecken zu wollen, indem ich Ihnen von meinen Gedanken und Reflexionen angesichts des Projektes  „Ein Dorf zeigt sich..“ und der für diese Ausstellung ausgewählten Fotos erzähle.  Lassen Sie es mich versuchen.


Begegnet bin ich Paul Böckelmann erstmals 1974 im Saxdorfer Garten bei Hanspeter Bethke. Seither nehmen wir Anteil am Leben des jeweils Anderen.

Pauls ehrenvolle Einladung, anlässlich der Eröffnung dieser Ausstellung zu sprechen, verdanke ich unserer Freundschaft, vor allem wohl meiner Herkunft – Lausitz, Maasdorf...- und meiner spontanen Begeisterung für diese großartige Projektidee - , von der weder in der Initialphase 2010, noch Anfang 2015 , als wir uns für heute verabredeten, wer ahnen konnte, welche Aktualität dieses Thema im europäischen Sommer 2015 gewinnen sollte.


Einige der heute Anwesenden kennen Paul Böckelmann.

Er ist Jahrgang 1952, kommt aus Dessau, ist Arbeitersohn, war Schüler, Leistungskanut, Dekorateurslehrling, Wehrpflichtiger, Kunststudent in Dresden.

Seit 1980 ist Paul Böckelmann freier Künstler – Grafiker, Holzschneider, Maler, Skulpteur, Fotograf und Schriftsteller. Er ist Bruder, Ehemann, Vater und seit ein paar Wochen Großvater.


Verehrte Besucher dieser Ausstellung! Wann, warum, wie und unter welchen Bedingungen entstehen Arbeiten eines Künstlers?

Projekt und Ausstellung verlangen es, mit dem Ort zu beginnen, an den Paul Böckelmann seinen Lebensfaden als Künstler fest machte.


Altenau – Nichts im Nirgendwo, so oder ähnlich hat es Paul oft formuliert.


1980 hatte sich bei ihm und seiner Partnerin, Elke Riemer, später ERNA, das Bedürfnis Abstand zu den Kunstzentren Dresden und Leipzig zu gewinnen oder zu halten aus innerer Notwendigkeit entwickelt und mit Zufälligerem verbündet.


Böckelmanns Freundschaft mit dem Maler und Gartenkünstler Hanspeter Bethke und dem Pfarrer Karl-Heinrich Zahn aus Saxdorf war ausschlaggebend für die sich eröffnende Möglichkeit, den Altenauer Pfarrhof zu erwerben.


Mir ist das Altenauer Pfarranwesen in seinem Zustand um 1980 in lebhafter Erinnerung.

Das Eine stand fürs Ganze: Ruinöse, graue Tristesse, Heruntergekommenheit, Dreck, Verpackungsmüll, Spinnweben, Schimmel, Staub, faules Wasser, modrige Gerüche, zerbrochene Möbel und Unrat lagen da wie geschlachtete Tiere, .....Scherben, Schutt und Asche.

Altenau – pars pro toto einer gänzlich ruinierten ländlichen Zivilisation, die ich an den Orten meiner Kindheit im Elbe-Elster-Land noch halbwegs heil erlebt hatte.


Für uns in das Land DDR Hineingeborenen war das Leben auf Großstadtbrachen, in kriegsversehrten, kaum bewohnbaren Häusern, an wüsten Orten und mit versprengten vormals schönen Resten Zeichen einer Haltung,  keine Alternative zur Platte und etwas gänzlich Anderes als es deren nette Refugien für die Arrivierten waren.

Es gibt nichts zu beschönigen, auf dem Grund des klaren Bächleins lagen rostige Büchsen und Scherben, die Fische schwammen längst auf der schwarzen Elster ...mit dem Bauch nach oben.

Kamerafahrten über jene Ödnisse .....hatten eine quälende Langsamkeit, wie in den Welten Andrei Tarkowskis, sie dokumentieren  Hoffnungslosigkeit und A N G S T.


Zivilisationsprozesse arrangieren  sich oft  aus Bildern des Zerfalls und der Demoralisation. Fundstücke dieses Zerfalls sind Scherben, deren vormals Ganzes seinen Sinn verloren hat, die nun  Material der Kunst werden.


Paul Böckelmann  und ERNA kamen um 1980 in die Gegend, aus der ich gegangen war und noch weiter gehen sollte.

Promotor fidei (Förderer des Glaubens). Woran glauben?

Sie investierten  ins Leben und Überleben Frische, Energie, Liebe, Kommunikation, Kreativität, Öffnung und Hoffnung.... sich selbst ganz und gar. Sie taten es  dort, im Nirgendwo.


Das Altenauer Anwesen neben Friedhof und Kirche wurde Jahr um Jahr mehr Ausdruck des Lebens- und Arbeitsprogramms beider Künstler.

Der Kult der Bilder, Skulpturen, Keramiken, Mosaike, die  

Ateliers und Werkstätten verdichteten sich zu einer treibenden Kraft.

Das Altenauer Künstlerhaus entwickelte sich  in 35 Jahren artifiziellen und natürlichen Wandels zu einem Ort, an dem es den Protagonisten möglich wurde, durch Vertiefung ihrer  Existenz, dem Schöpferischen Raum zu geben.


Puppenspiele, Theateraufführungen, Lesungen, jährliche Ausstellungen mit Musik und gutem Essen, waren spielerisch-feinfühlige Näherungen an Altenau, wie kleine beiläufige Geschenke, die angenommen werden konnten. Es schlossen sich  Aktionen mit den  Altenauern an -Theaterprojekte und Gemeinsames anlässlich der 750-Jahr-Feier des Ortes.

Vertrauen und Respekt wuchsen und damit die Bedingungen für dieses große Projekt.


Sehr verehrte Ausstellungsbesucher, Altenau ist kein Nichts im Nirgendwo, sagt der Hiergeborene


die elbnahen Landstriche sind fruchtbar, sie liegen zwischen Meissen und Torgau an einem großen Wasserweg und an einer alten Kaiserstraße, der politisch bedeutsamen via regia , einem Handelsweg, der Frankfurt mit Schlesien und dem Osten verband. An einem nahen, tausend Jahre alten Marktflecken, wird noch heute am  Laurentius-Tag ein Fest gefeiert, der Lorenzmarkt. Wenig weiter hat ein für den regionalen Genpool  und für die Demografie äußerst bedeutsamer Heiratsmarkt Tradition, den uns Luthers Reformation in ganz anderer Absicht beschert hatte: Damals war der Teufel los, weil die Nonnen aus den aufgelösten Klöstern unter die Haube gebracht werden mussten.


Wohlhabenheit war hier zu Hause.  Nach 1945 kamen Flüchtlinge und Vertriebene,  viele von ihnen blieben.


Böckelmanns Projekt faszinierte mich von Anbeginn, es könnte Eindrücke meiner Kindheit offenbaren und ans Licht bringen, worüber wir jahrzehntelang den Mantel des Schweigens liegen ließen.


Wir  erfahren, aus den Gesichtern und Lebensläufen, wie die heute Einheimischen Einheimische geworden waren .

Sehr verehrte Ausstellungsbesucher,  Sie und ich  wissen, Einheimische lieben es selten, wenn Fremde bei Ihnen heimisch werden wollen....

...weil diese Ungewohntes, Unbekanntes, Neues mitbringen, weil deren Sitten und Bräuche ansteckend sein könnten, nur weit schlimmer als  Halloween.

Nicht nur Künstler, Nonkonformisten, Nachdenker, Außenseiter, Mittellose, alle Fremden und alles Fremde ist zunächst irritierend und induziert Vorbehalte.


Als 1944 die Ausgebombten auf dem Lande Schutz und zu essen suchten, hieß es, die Rheinländer seien dreckig, die Katholiken falsch, die Berliner klauten wie die Raben und die Saarländer seien faul, halbe Franzosen.


Zwischen 1944 und 1950 fanden in Österreich und den deutschen Besatzungszonen ca. 14 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene, Umsiedler wurden sie im Osten genannt, eine neue Heimat. In der sowjetisch besetzten Zone war jeder vierte Einwohner Flüchtling oder Vertriebener, besonders hoch war deren Anteil in Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen.


Bei Böckelmann können Sie nachlesen, wie es jemanden nach Altenau verschlug: Weil einem Flüchtlingszug aus Schlesien in der Nähe auf offener Strecke die Puste ausgegangen war, weil die Alliierten aus dem 2 km entfernten Lager Wendisch-Borschütz  einen Gefangenen freigelassen hatten , weil der Wind einen dorthin geweht hatte und die Kraft nicht weiter reichte.


1956/57 waren meine Eltern und Großeltern berufstätig, auch samstags, abends wartete die Nebenerwerbslandwirtschaft. Mich hütete an manchen Tagen ein älteres Ehepaar aus Buchenland – herzliche, gütige Leute.  Schulzmutters Liedchen   ` Maikäfer flieg... ` und ihre Geschichten erzeugten bei mir Stimmungen  wie Astrid Lindgrens Brüder Löwenherz oder Michael Endes Unendliche Geschichte bei meinen Söhnen. Kinder verstehen viel. Herr Pijutta und seine Frau, aus Czernowitz, halfen im Garten. Sie wohnten bei einem Bauern in einer Art Stall. Stelters waren aus Bessarabien gekommen, Sohn Emil heiratete eine Donauschwäbin und wurde Neulehrer.

Hinz  waren Ostpreußen, die es dorthin 100 Jahre früher aus dem Salzburger Land verschlagen hatte, Grammateés waren Hugenotten aus Königsberg, Scherers kamen aus Schlesien; sie alle blieben  und gelangten zu Ansehen.

In meinem Maasdorfer Elternhaus lebten in den 50iger Jahren sechs Erwachsene und drei Kinder unter einem Dach. Günthers aus dem Sudetenland schmückten ihren Christbaum mit Engelshaar und Süßigkeiten, die Figuren des Krippenspiels vermisste ich unter dem nüchterneren Weihnachtsbaum meiner Eltern. Frau Käthe aus dem Obergeschoss hatte einen Sohn mit einem Russen, der wurde  Bastard genannt und musste im Heim leben, einem früheren Schloss. Sie hatte sich einen neuen Mann aus Kronstadt genommen. Die Kriegerwitwe mit zwei Söhnen von nebenan, hatte für den Hof und alles sonst den schweigsamen Herrn Heinrich da, einen aus Kurland, den sie später heiratete.

Der Egerländer Herr Emil von gegenüber war katholisch und  machte meiner Mutter Komplimente, er  arbeitete in der Kohle und danach auf seiner Erdbeer- und Kirschplantage, er baute ein neues Haus und es hieß, er komme fast ohne Schlaf aus.


Damals wurden die deutschen Flüchtlinge und Aussiedler behandelt, als nähmen  sie uns etwas weg, als trügen sie, anders als wir,  eine besondere Schuld an ihrem Schicksal. Die Alten waren melancholisch geworden und gingen irgendwann, wohl wegen des Lastenausgleichs, in den Westen. Über Ihre Erlebnisse sprachen sie nicht, auch nicht über ihre frühere soziale Stellung. Mit dem Status „Umsiedler“ waren sie  in jeder Hinsicht  degradiert.

Sprach einer von der Heimat, galt er als Revanchist, ewig Gestriger. Diese Menschen waren doppelt  und dreifach Stigmatisierte – wütenderer Krieg in der Heimat, mehr Kriegstote in den Familien, Flucht ,Vertreibung und Schubsen in die rechte Ecke im Nachkriegsdeutsch-land, in der sich manche dann auch resigniert einrichteten.


Für die Menschen in der ehemaligen DDR blieben Flucht und Vertreibung auch nach dem zweiten Weltkrieg Realität, bis 1989. Viele bäuerliche Betriebe, von den Familien seit Generationen bewirtschaftet , traf es besonders hart; um 1953 mussten Bauern über Nacht ihre Höfe verlassen, um vor neuem  Unrecht und neuer Bedrohung zu fliehen. Mit Terror wurde der Kollektivierung der Landwirtschaft nach russischem Vorbild Bahn gebrochen.  Die Folge war eine traurige Zerstörung ländlicher Kultur. Davon erholten sich  Dörfer wie Altenau nie.


„Ein Dorf zeigt sich...“  bezieht sich auf einen kleinen Ort;  das Projekt offenbart, wie verschüttet jüngste Geschichte ist - in unseren Köpfen, Familien, in den Nachbarschaften, in der Gesellschaft. Flucht und Vertreibung wurde im Sommer 2015 das große europäische Thema! Wie nötig sind angesichts dieser Entwicklungen Vergewisserungen.... über unser eigenes Schicksal.


Paul Böckelmann kreist mit seinen Fotos und als Altenauer Chronist um Wandel, Sehnsucht und Heimat.


Mobilität von Menschen und Bevölkerungen ist oft Impuls für sozialen Wandel.

Die Flüchtlingsströme aus  Syrien und dem übrigen Nahen Osten, Ergebnisse einer Tragödie, stellen für unsere Gesellschaft eine Herausforderung dar, sie könnten  eine Chance sein, unser Land  radikaler zu reformieren, in puncto Bildung, Teilhabe, kulturellem Respekt,  Anerkennung vor andernorts erworbener Bildung und Ausbildung, denn sicher ist, auch heute werden die meisten der Gekommenen bleiben und zum Wandel beitragen. Sie bleiben in einem älter werdenden Land mit immer weniger Kindern, dessen demografische Situation und vor allem dessen kulturelle Abschottung Entwicklungshemmnisse darstellen. Ohne kulturellen Input und daher rührenden Wandel schafft sich Deutschland ab.

Zuzug von Menschen, Bereicherung durch andere Kulturen, technologische Innovationen verändern uns und unsere Gepflogenheiten.

Der  Wandel ländlichen Lebens seit 1950 wurde im Osten Deutschlands durch Zuzug und durch Vertreibung zugleich geprägt.

Totgeschwiegene Geschichte.

Damals funktionierte ländliches Leben ohne Automobilität,

Telefon, Nachrichten...

Eine Zeit, in der Kinder darin wetteiferten, Gespanne am Hufschlag der Pferde zu erkennen und sie den Höfen zuzuordnen, die Herkunft  der Leute  aus Nachbarorten an deren Mundart zu identifizieren. Bezüge waren Orte und kleinere Regionen, nicht das Internet und damit die große, die weite Welt.


Wir erleben sozialen Wandel oft  wehmütig als Verlust von Liebgewonnenem und Vertrautem. Daran soll uns niemand hindern. Verlust von Vertrautem und Abschiede gehören zum  Leben, wie der Tot.


Die Frage, was  Heimat in Zeiten rasanteren Wandels ist, noch ist, sein kann, bleibt brisant?

Ist Heimat die Resonanz unserer Erinnerungen, eine Täuschung, eine Kreation unserer Wünsche und Hoffnungen, ein Ideal, eine unserer großen Sehnsüchte?


Herkunft dagegen ist klar. Heimat bezeichnet bei jedem ein Anderes. Wir verbinden mit Heimat selbst oft je nach Gemütslage dies oder jenes. Vorstellungen von Heimat  können zu Sentimentalität und Unklarheit verführen und  werden wieder gefährlich ideologisch instrumentalisiert.

Jeder Mensch hat ein Recht auf einen Ort, an dem er sein und bleiben kann und der ihm Heimat ist oder wird, in Frieden.


Paul Böckelmann fotografierte auch das Feiern der Altenauer und er zeigt mit seinen Bildern, das Verhältnis von Mensch und Tier und dass Schlachten ein Fest war.

Als Kind erlebte ich viele Schlachtfeste, die Abläufe sind mir noch heute vertraut..

Mit Wehmut denke ich an unsere jährlichen Feste – im Winter Zempern, Männer-, Weiber- und Jugendfastnacht, Kinderfasching, im Frühling Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten.. und im Herbst die Erntefeste:  Kirmes in Lausitz, Kirmes in Dreska, in Nauwalde, in Kröbeln, Kirmes in Maasdorf, Weihnachten, Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen - etablierte, innig-vertraute  Zeremonien. Unsere Feste waren auch spirituelle Rituale, ich vermisse sie, sehne mich nach dieser einfachen Aufgehobenheit. Diese Sehnsucht ist  Heimatlosigkeit. Wir sind alle heimatlos, doch gesegnet mit dem Glück, uns  immer wieder neu beheimaten zu können, weil Frieden ist, denn Heimat braucht Frieden.


Paul Böckelmann hat sich mit seinem Projekt an der Heimat abgerackert und in ihr Utopia, die `Sehnsucht Himmel Blau` erkannt.

Der eingangs erwähnte Walter von der Vogelweide beklagt den Winter und sehnt sich nach dem Sommer:


Ich bin vergammelt wie eine Sau,

mein glattes Haar struppig und rauh. –

Süßer Sommer, wo bist du jetzt genau?

Wie gern säh' ich den Ackerbau!

Eh ich noch länger im Verhau

gefangen wäre, klamm und flau,

ich würd lieber Münch in Toberlau – ganz ohne Frau!


Ich bin vergammelt wie eine Sau...


Das soll Kunst sein? Unsterblichkeit?

Und Paul Böckelmann knippst wild drauf los mit weitem Winkel und offener Blende. Das ist doch keine Kunst?


Verehrte Anwesende, am Ende sind es die einfachen Dinge,

und es ist die Kunst, sie auch einfach erscheinen zu lassen.


Künstler entziehen sich unseren Strukturen, gelingt ihnen das nicht, verlieren sie ihre größte Gabe, Empfängliche zu sein, mit besonderen Sinnen...Antennen..

für .. das Leben ..

..und für die geheimnisvollen kosmischen Ereignisse heute Nacht: Mondfinsternis, Blutmond, Supermond!


Paul ich wünsche Dir Energie für Dein großes Thema, der Ausstellung wünsche ich regen Zuspruch und Ihnen, meine Damen und Herren, Vergnügen bei Ihren Betrachtungen.


Vielen Dank!


Peter Bräunig                  Doberlug, am 27. September 2015

 

Ausstellung vom 27.09. 2015 bis 31.01 2016

im

Museum Schloss Doberlug

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